Kopernikus Kolumne – Desiderata

Kopernikus der ErsteHallo, ich bin Kopernikus.

Eigentlich wäre ich ja gestern dran gewesen. Aber mein Herrchen und mein Frauchen waren in Hamburg unterwegs, haben viele interessante Sachen gesehen und wollten darüber schreiben. Sie haben mich gebeten meine Kolumne auf heute zu verschieben.
Mein Thema der Wahl:

Glück.

Viel behandelt, oft verfilmt und noch öfter in Buchhandlungen in der Rubrik „Ratgeber“ im Regal „Lebensführung“ zu finden, ist das Thema Glück durch jegliche Art von gesellschaftlichem Fleischwolf gedreht worden die sich eine Generation auch nur im Entferntesten vorstellen kann.

Aber wer fragt denn schon einen Kater. Das Glück des Menschen aus der Sicht einer Katze – klingt nach einem tollen Titel, oder?

Nein, nein, keine Sorge ich werde und ich kann natürlich keine Lebensregel zu einem glücklichen Leben für meine verschmusten Freunde den Menschen erstellen. Aber mein UrUr-Opa hatte einmal ein Herrchen der auf den Namen Max Ehrmann gehört und in den USA gewohnt hat. Der hat ein Gedicht zum Thema Glück verfasst hat. Das war 1927.

Der Titel des Gedichts ist Desiderata.
Desiderata ist aus dem lateinischen (desiderare) und bedeutet soviel wie „ersehnen“, „wünschen“.

Ich bin zum „Glück“ nicht der Erste der dieses Gedicht verbreitet und veröffentlicht. Kirchen, Politiker und viele Künstler haben dieses Gedicht des deutschstämmigen Rechtsanwalts für sich und für die Welt entdeckt.
Und wenn ich etwas zum Thema „Glück“ sagen könnte und nur wenig Zeit hätte, dann würde ich dieses Gedicht vortragen. Es dauert nicht mehr lange dann ist es 100 Jahre alt. Ich finde es passt doch wunderbar in die heutige mediengesteuerte Zeit, oder?

Desiderata

Geh freundlich und gelassen inmitten von Lärm und Hast
und denke daran, welcher Friede in der Stille zu finden ist.



Soweit wie immer möglich und ohne dich selbst aufzugeben
versuche mit allen Menschen auszukommen.
Rede von deiner Wahrheit ruhig und deutlich und hör anderen zu,
selbst wenn sie dir langweilig und unwissend erscheinen,
auch sie haben ihre Geschichte.
Geh lauten und angriffslustigen Menschen aus dem Weg,
denn sie sind eine Plage für den Geist.



Wenn du dich mit anderen vergleichst, werde nie eitel oder verbittert,
denn es wird immer Menschen geben, die mehr oder weniger können als du.
Freue dich über das, was du erreicht hast, wie auch über deine Pläne.
Behalte das Interesse an deiner Arbeit, doch ohne Überheblichkeit,
denn dein Tun und Handeln ist ein wahrer Besitz unter all den Dingen,
deren Wert mal zu-, mal abnimmt.



Sei vorsichtig bei deinen Geschäften, denn die Welt ist voller List.
Werde dadurch aber nicht blind gegenüber der Tatsache,
daß es viele Menschen gibt die noch Ideale haben
und sie zu verwirklichen trachten.
Sieh auch, daß es überall im Leben noch echte Tapferkeit gibt.



Sei du selbst.


Vor allem täusche nicht Zuneigung vor noch werde zynisch,
was die Liebe angeht, denn trotz aller Erstarrungen und Entzauberungen,
die du um dich siehst, lebt sie ewig fort wie ein Gras.



Beuge dich freundlich dem Rat der Jahre
und gib mit Anmut jene Dinge aus der Hand,
die der Jugend vorbehalten sind.



Erhalte dir die Schärfe deines Verstandes,
denn sie vermag dich vor plötzlichem Unglück zu bewahren.
Aber laß dich nicht fallen in ständiges Grübeln.
Viele Ängste sind nur eine Ausgeburt von Müdigkeit und Einsamkeit.
Nichts gegen eine gewisse Disziplin, im übrigen aber sei freundlich mit dir selbst.



Du bist ein Kind des Universums,
wie auch der Baum vor der Tür oder der Stern am Himmel.
Du hast ein Recht darauf, hier zu sein.
Und ob es dir nun klar ist oder nicht:
Das Universum entfaltet sich seiner Bestimmung gemäß.



Deshalb lebe in Frieden mit Gott, für was immer du ihn halten magst
und was immer deine Arbeit und dein Streben sein mögen
in der lärmerfüllten Verirrung des Lebens. Gib deiner Seele Frieden.



Trotz aller Täuschungen, Plackereien und aller zerbrochenen Träume
ist es immer noch eine wunderbare Welt.



Sei bedacht. Strebe danach, glücklich zu sein.

 

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe verstanden. Versuche so zu leben, lieber Kopernikus. Was wirklich nicht einfach ist, aber (jetzt kommt das aber) ich gebe mir Mühe. Schreib das bitte nicht auf meinen Grabstein: Sie hat sich Mühe gegeben…sonst komme ich wieder.

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